GESETZE

Worauf Sie achten müssen!

Geänderte Vorschriften rund ums Energiesparen: In den letzten Jahren traten einige Regelungen in Kraft, die sowohl für Vermieter als auch für Mieter von Ein- und Zweifamilienhäusern wichtig sind. Dabei geht es um alte Heizkessel, die nicht mehr betrieben werden dürfen, und um die verbesserte Wärme-Isolierung vor allem von Dachgeschossen.

Raus mit dem alten Kessel!

Alte Öl- und Gasheizkessel, die vor dem 1. Oktober 1978 eingebaut wurden, dürfen bereits seit Jahresbeginn 2007 nicht mehr betrieben werden. Allerdings gibt es hierfür jede Menge Ausnahmen. Wichtigste Regelung: Wer sein Haus zumindest anteilig selbst nutzt, also in seinem Eigenheim wohnt, ist von der Vorschrift ausgenommen. Damit betrifft die Änderung vor allem Vermieter von Ein- und Zweifamilienhäusern – und deren Mieter.

Holzpellet-Heizung als Alternative

In diesen Fällen müssen die Kessel laut Energieeinsparverordnung (EnEV) gegen moderne Brennwertkessel oder andere energiesparende Heiztechniken ausgetauscht werden – also zum Beispiel Holzpellet-Heizungen, Solaranlagen oder Wärmepumpen. Wird ein Haus mit einer alten Heizung verkauft, muss der neue Besitzer innerhalb von zwei Jahren nachrüsten. Hauskäufer müssen sich also informieren, ob die Heizung ihrer Neuerwerbung der EnEV entspricht. Wer sein eigenes Haus bewohnt, ist auch von den anderen neuen Regelungen ausgenommen: Alle begehbaren, aber nicht ausbaufähigen Dachböden müssen isoliert werden, ebenso alle Rohre, die durch nicht beheizte Räume führen.

Kontrolliert wird die Durchführung dieser Maßnahmen allerdings nicht. Der Gesetzgeber hofft auf die Einsicht der Hausbesitzer. Mieter, deren Vermieter die Durchführung verweigert, können jedoch darauf drängen. Werner Eicke-Hennig von der Hessischen Energiespar-Aktion: „Sie können wegen erhöhter Heizkosten Ärger machen und die Umrüstung einfordern.“

Seit 2008: Energiepass Pflicht

Anfang 2008 trat eine weitere Neuregelung in Kraft: Für jedes Gebäude muss der Besitzer nun einen Energiepass erstellen lassen. Dieser Pass, der ursprünglich schon für 2007 geplant war, listet Daten zu Energiebedarf, Wärmedämmung und Gebäudezustand auf. Er soll Mietern und Käufern von Immobilien auf einen Blick die wichtigsten Informationen liefern – ganz einfach anhand von Buchstaben, wie bei den Energieeffizienzklassen von Waschmaschinen oder Kühlschränken. Der damalige Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee: „Der Energiepass gibt dem Nutzer und Vermieter Auskunft darüber, was er tun muss, um die Energiebilanz eines Gebäudes zu verbessern.“

Es gibt zwei Varianten des Energiepasses: Eine ausführlichere Ausgabe für Gebäude mit bis zu vier Wohneinheiten, die bis 1978 gebaut wurden, kostet zwischen 80 und 120 Euro. Eine einfachere Ausführung für neuere und für alle größeren Gebäude kostet zwischen 40 und 60 Euro. Experten empfehlen aber, auch bei neueren Gebäuden freiwillig den ausführlicheren „bedarfsorientierten“ Energiepass ausstellen zu lassen, der wesentlich fundiertere Informationen liefert. Die Pässe gelten zehn Jahre und werden von Energietechnik-Büros ausgestellt.

Konsequenz fürs Mieten und Kaufen von Immobilien: Bei negativen Energiedaten ergeben sich so Möglichkeiten, Kaufpreis oder Miete zu drücken. Bei guten Werten haben Verkäufer und Vermieter bessere Karten!